Veranstaltungen IBMP

Wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche




Internationales Symposium

zu Ehren von Gerhard Treutlein

 

Freitag, den 23. Oktober 2015, 10:00 Uhr

GNM - Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Aufseß - Saal


Lebenslauf Gerhard Treutlein

Schule/ Hochschule
1960 Abitur am Bunsengymnasium Heidelberg

1960 – 1967 Studium und Staatsexamen an der Universität Heidelberg (Geschichte, Sport, Französisch)
1968 Assistant d’allemand am Lycée Clemenceau in Nantes

1970 Abschluss der Promotion im Fach Geschichte
1970/71 Referendarzeit am Bunsen-Gymnasium

1971 – 2007 an der PH Heidelberg als Assistent (-1975), Dozent (-1980) und Professor für Sportpädagogik/Sportwissenschaft (-2007).
1971 – 1974 Forschungsprojekt „Leistungssport und Gesellschaftssystem“ (Pfetsch/Beutel/Stork/Treutlein: Leistungssport und Gesellschaftssystem. Schorndorf 1974)

Forschungsprojekte und Veröffentlichungen u.a. zu Lehrer- und Sportlehrerhandeln, Körpererfahrung, Dopinggeschichte, Dopingprävention, Sportwissenschaft in Frankreich und Deutschland.
Organisation vieler deutsch-französischer Begegnungen (Hochschule, Sportverein, Wissenschaft)

2003 – 2005 Mitglied der AG Prävention der NADA
Mitglied der Evaluierungskommission für die Sportmedizin an der Universität Freiburg (seit 2010)

Vorstandsmitglied von AFRAPS (Association Francophone pour la Recherche en Activités Physique et Sportive)

Ehrung: Bundesverdienstkreuz 2009, Ehrenmitglied des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands 2007

Sport:
Mittelstreckler

Jugendtrainer in der Leichtathletikabteilung des USC Heidelberg (ab 1961)
Erwachsenentrainer (ab 1969, Mittel-/Langstrecken, 400m Hürden, mehrere deutsche Meisterschaften, 1 Olympiateilnehmer 1972)

Verantwortlicher für die Leichtathletik im Allgem. Deutschen Hochschulsportverband (ADH – Disziplinchef), Verantwortlicher für die Studentennationalmannschaft bei 17 Universiaden (Studentenweltmeisterschaften).
Mitarbeiter der deutschen Sportjugend im Bereich Dopingprävention




09: 30 Uhr Treffen bei Koffein und (Mohn)kuchen, parlieren und warten auf die letzten Gäste.
Besichtigung: Ausschnitte der zukünftigen Doping-Ausstellung des IBMP Nürnberg.

Beginn: 10:00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski, Nürnberg

Einführung
Prof. Dr. Fritz Sörgel, Nürnberg

Sitzung 1     Sport – wie ehrlich kann er sein ?
10:15 Uhr
Prof. emer. Dr. Werner Franke, Heidelberg
Ehrlich: Bei wissenschaftlich gesteuertem Doping ist der ehrliche Sport schon lange am Ende

11.00 Uhr
Prof. Bengt Kayser, MD, PhD, Lausanne, CH
Sport ehrlich? Doping unehrlich? Ein kritischer Blick auf Anti-Doping

11:30 Uhr
Diskussion

11:40 Uhr
Ehrung für sein Lebenswerk: Gerhard Treutlein
Laudator: Hansjörg Kofink

12:00 Uhr Kurze Mittagspause

Sitzung 2       Was können wir ehrlich messen?

12:35 Uhr
Dopingverdacht am Fernseher mit Stoppuhr: Geht das, oder geht's noch?
Prof. Dr. Dr. Perikles Simon, Mainz 

12:55 Uhr
Analytik – ganz ehrlich
Dr. Hellmut Mahler, Düsseldorf

13:05 Uhr
Diskussion


Sitzung 3     Anti – Doping – Gesetz

13:15 Uhr
Anti-Doping: wo steht das staatliche Recht?
Univ.-Professor Dr. Udo Steiner, Regensburg

13:45 Uhr
Das neue Anti-Doping-Gesetz: Strafrecht zum Schutz des sauberen Leistungssports?
Univ.-Professor. Dr. Dieter Rössner, Tübingen

14:15 Uhr Diskussion
Diskussionsbeiträge angemeldet: Prof. emer. Dr. Werner Franke, Heidelberg; Alessandro Donati, Rom

14:55 Uhr Kurze Kaffeepause

Sitzung 4   Die Medienstunde

15.10 Uhr
Wo bleibt der Stoff?
Anno Hecker, Frankfurt/Main

15:30 Uhr
Recherche in autoritären Systemen
Hajo Seppelt, Köln/Berlin

15:50 Uhr
Diskussionsbeiträge
Thomas Kistner, München

16:10 Uhr Diskussion

Sport und Soziologie

16:20 Uhr
Doping im Hochleistungssport - soziologisch betrachtet
Universitäts-Professor Dr. Karl-H. Bette, M.A.(USA), Darmstadt

17:00 Uhr
Diskussion freier Themen und Zusammenfassung
Prof. Dr. Letizia Paoli, Prof. emer. Dr. Werner Franke

Schlusswort: Prof. Dr. Gerhard Treutlein, Heidelberg

Ca. 17:30 Uhr
Ende der Veranstaltung


Paul Ehrlich - Lebenslauf

Paul Ehrlich Lebenslauf
14.03.1854
Paul Ehrlich wird in Strehlen bei Breslau (Schlesien) geboren. Vater: Ismail Ehrlich, Gastwirt und Lottoeinnehmer, Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Mutter: Sara Ehrlich, geb. Weigert. 1864 – 1872 Besuch des Gymnasiums in Breslau. Anregungen für die Chemie in der Medizin (histologische Färbungen) durch den Cousin, Carl Weigert, einen bekannten Pathologen und späteren Direktor des Senckenbergischen Zentrums für Pathologie in Frankfurt a.M.. 1872 – 1877 Medizinstudium an den Universitäten Breslau, Straßburg, Freiburg und Leipzig, Abschluss mit dem Staatsexamen im Winter 1876/1877. 1878 Promotion in Leipzig, die Dissertation trägt den Titel "Beiträge zur Theorie und Praxis der histologischen Färbung", Inhalt u.a. Entdeckung der Mastzellen. 1878 – 1887 Berufung durch Professor Frerichs, einen der berühmtesten deutschen Kliniker, an die Berliner Charité als Assistenzarzt, später als Oberarzt. ab 1882 Zusammenarbeit mit Robert Koch. Entwicklung des ersten Direktnachweises von Mykobakterien auf der Basis der Säurefestigkeit der Bakterien. Forschungen auf dem Gebiet der Farbstoffe. Wesentliche Beiträge zur Diagnostik von Blutkrankheiten. Vitalfärbung mit Methylenblau. 1884 Heirat mit Hedwig Pincus, der Tochter eines schlesischen Industriellen. Das Ehepaar Ehrlich bekommt zwei Töchter Stephanie und Marianne. Ernennung zum Titularprofessor (außerplanmäßiger Professor) für seine Arbeiten zum Sauerstoffbedürfnis des Organismus, die er später auch in seiner Habilitationsschrift darlegt. 1887 Privatdozent für innere Medizin an der Universität Berlin, der Titel der Habilitationsschrift lautet: „Das Sauerstoffbedürfnis des Organismus. Eine farbenanalytische Studie“ (1885). 1888/89 Abschied von der Charité, Aufenthalt im Süden, Ägypten und anderen Ländern, u.a. wegen einer im Laboratorium erworbenen Lungentuberkulose. 1890 Einrichtung eines kleinen Privatlaboratoriums in der Steglitzer Straße in Berlin durch Paul-Ehrlichs Schwiegervater. Grundlegende Arbeiten über die Immunität gegen Pflanzengifte. Ernennung zum „Professor extraordinarius“ in Berlin. 1890 – 1895 Zusammenarbeit mit Emil von Behring, dem Begründer der Serumtherapie. Beginn der Immunitätsforschung, Entwicklung wirkungsvoller Immunisierungsprotokolle zur Gewinnung hochtitriger Heilsera. Entdeckung, Analyse und Definition experimentell verschiedener Antikörperqualitäten bzw. Immunglobulinklassen (damalige Bezeichnung: Antitoxine, Präzipitine, Agglutinine, Lysine). Entwicklung der Verfahren zur quantitativen Antiserum-Standardisierung. Paul Ehrlich entdeckt bei der Erforschung der Wirkung des Diphtherie-Antitoxins, dass die Giftwirkung der Toxine auf den Organismus nicht mit ihrem Bindungsvermögen auf die Antitoxine parallel geht. Aus diesen Beobachtungen entsteht die Seitenkettentheorie als erstes konsistentes Konzept der Immunologie ("Komplementbindungsreaktion").

1891 Berufung durch Robert Koch in das neu gegründete Institut für Infektionskrankheiten in Berlin (heute: Robert Koch-Institut). Beschäftigung mit der Gewinnung von Diphtherieserum, seiner Konzentrations- und seiner Wertbestimmung. Schaffung einer international anerkannten Maßeinheit. Erste Schritte in der Chemotherapie beim Einsatz von Methylenblau zur Malariatherapie am Klinikum Moabit, später folgen Versuche mit Trypanrot (beides ohne Erfolg). 1896 Berufung als Leiter des neu geschaffenen "Instituts für Serumprüfung und Serumforschung" in Steglitz bei Berlin auf Vorschlag des preußischen Ministerialdirektors Friedrich Althoff. 1897 Ernennung zum "Geheimen Medizinalrat". Aufsatz über die Wertbestimmung des Diphtherieserums. In diesem Aufsatz wird das erste Mal die Seitenkettentheorie dargestellt. 1899 Umzug des Berliner Instituts nach Frankfurt. Übernahme der Leitung des jetzt "Königlichen Institutes für experimentelle Therapie", dem auch die staatliche Kontrolle der im Handel befindlichen Heilsera anvertraut wird. Der Oberbürgermeister Frankfurts Franz Adickes und Ministerialdirektor Althoff arbeiten bei der Gründung des Instituts für Paul Ehrlich eng zusammen. 1901 Beginn der Krebsforschung. 1902 Einrichtung einer Abteilung für Krebsforschung auf eigene Kosten. 1903 Auszeichnung mit der preußischen Großen Goldenen Medaille für Wissenschaft, mit der vor Paul Ehrlich nur Rudolf Virchow ausgezeichnet worden ist. 1904 Ordentlicher Honorarprofessor der Universität Göttingen und Ehrendoktorwürde der Universität Chicago. Beginn mit Arbeiten zur experimentellen Chemotherapie von Trypanosomeninfektionen. 1906 Übernahme der Leitung des von Franziska Speyer gestifteten Georg-Speyer-Hauses für Chemotherapie. Diese Stiftung erfolgt auf Anraten ihres Schwagers Prof. Ludwig Darmstaedter. Zusammenarbeit mit den Firmen Hoechst (Prof. August Laubenheimer, damaliges Vorstandsmitglied der Farbwerke Hoechst) und Cassella (Arthur von Weinberg, Mitinhaber der Cassella Farbenfabrik). 1907 Ernennung zum "Geheimen Obermedizinalrat". Ehrendoktorwürde von Oxford. 1908 Auszeichnung mit dem Nobelpreis für "unvergängliche Verdienste um die medizinische und biologische Forschung, namentlich um die Wertbestimmung der Serumpräparate", gemeinsam mit Elia Metschnikow, dem Entdecker der Phagozytose. 1909 Salvarsan, das Dioxy-diamino-arsenobenzol-dihydrochlorid oder Präparat "606" wird in der langen Reihe von Versuchen mit dem Ziel ein Mittel zur Behandlung von Syphilis zu finden, entdeckt. Präparat 606 wirkt! Wichtigen Anteil an diesem Erfolg hat Sahachiro Hata, Paul-Ehrlichs japanischer Mitarbeiter im Labor. 1910 Beginn der Chemotherapie von Syphilis mit Salvarsan. Produktion der ersten größeren Charge von Salvarsan am 10. Juli bei Hoechst. Umbenennung der Sandhofstraße in der die damaligen Institute ansässig waren in Paul-Ehrlich-Straße. 1911 Ernennung zum "Wirklichen Geheimen Rat" mit dem Prädikat Exzellenz (höchste zivile Auszeichnung des preußischen Staates). 1912 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Frankfurt a.M. und seiner Geburtsstadt Strehlen. 14.03.1914 Große Feier des 60. Geburtstages. 20.08.1915 Tod in Bad Homburg vor der Höhe nach schwerer Krankheit. 23.08.1915 Beisetzung auf dem israelischen Friedhof in Frankfurt (Main).


 

 

Paul     Ehrlich - Lebenslauf